Ausländisches Personal am mexikanischen Standort: Visafragen

Visum in Mexiko

Sollen an den neuen mexikanischen Standort ausländische (also zumeist deutsche) Mitarbeiter entsendet werden, muss natürlich zuerst ein Visum beantragt werden, denn mit der Touristenkarte dürfen keine entgeltlichen Tätigkeiten aufgenommen werden. Dabei sollte beachtet werden, dass dieser Prozess normalerweise etwa drei bis vier Monate dauert. Die Dauer kann allerdings variieren, je nachdem wie schnell oder langsam die Behörden arbeiten und die Dokumente auf deutscher Seite eingereicht werden.

Art des Visums: Residente Temporal

Für eine Arbeitsaufnahme muss zunächst eine Arbeitserlaubnis beantragt werden, das sogenannte „Residente Temporal“, vormals FM3. Normalerweise muss dies zuerst nach einem Jahr, später nach zwei Jahren verlängert werden, und ist somit bis zu vier Jahre lang gültig. Nach vier konsekutiven Jahren mit Wohnsitz in Mexiko kann das „Residente Permanente“ beantragt werden, das danach ohne Ablaufdatum gültig ist.
Will der Antragsteller in einem mexikanischen Unternehmen anfangen, gelten besondere Regeln:

  • Der Ausländeranteil in mexikanischen Unternehmen darf maximal 10 % betragen.
  • Es darf keine Arbeitsstelle von einem Ausländer besetzt werden, wenn ausreichend mexikanische Bewerbungen vorhanden sind.
  • Arbeitgeber müssen nachweisen, dass eine entsprechende Arbeitskraft auf dem mexikanischen Arbeitsmarkt nicht zu finden ist.

Beantragung des Visums

Die Arbeitserlaubnis muss vom Arbeitgeber beim mexikanischen Amt für Immigration beantragt werden. Nach der Bearbeitungszeit bekommt der Bewerber eine Nummer, mit der er zum verantwortlichen Konsulat gehen kann – in Deutschland entweder in Berlin oder Frankfurt. Dies muss aber nicht in Deutschland geschehen und kann beispielsweise auch im Konsulat in Miami oder Belize beantragt werden.Auf jeden Fall muss der Antragsteller ausreisen, denn das Visum kann nicht in Mexiko beantragt werden.

Nach der erneuten Einreise mit den entsprechenden Dokumenten muss sich der Antragsteller innerhalb von 30 Tagen beim mexikanischen Amt für Migration melden. Dafür wird nur ein gültiger Reisepass benötigt. Nach mindestens drei weiteren Behördengängen bekommt man schließlich sein Visum in Form einer grünen Karte (FM) ausgehändigt. Nach Erhalt des Arbeitsvisums besteht auch die Möglichkeit, Visa für Familienangehörige zu beantragen.

Verlängerung des Visums

Der Antrag auf Verlängerung für das Residente Temporal kann ab 30 Tage vor Ablauf beantragt werden und muss in der Regel vom Arbeitgeber unter Vorlage des Arbeitsangebots verlängert werden. Dies geschieht normalerweise relativ einfach und problemfrei.

 

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Der richtige Standort in Mexiko

Unternehensstandorte in Mexiko

Wenn Standortanalyse und Marktanalyse das Okay für die Unternehmung in Mexiko geben, muss nun entschieden werden, wo genau sich im Land der strategisch beste Standort befindet. Dabei kann man das Land in drei Industrie-Regionen aufteilen: Der Norden, das Zentrum und die Bajio-Region.

Der Norden:

Viele Unternehmen produzieren in Mexiko, exportieren aber in die USA. Dafür eignet sich oft ein Standort in Grenznähe im Norden Mexikos, beispielsweise in Chihuahua, Mexicali, Tijuana oder auch Monterrey. Vor allem Monterrey lockt mit überdurchschnittlich qualifizierten Arbeitskräften und 30 Universitäten vor Ort, davon zwei der bestangesehensten Hochschulen Lateinamerikas: die Universidad Autónoma de Nuevo León (UANL) und das Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey (ITESM).

Vor allem Unternehmen im Bereich Elektronik, Stahl, Glas, Zement, Kunststoffe, Chemie, Automobil und Lebensmittel sind in Monterrey ansässig, ebenso wie bekannte Marken wie Liebherr, Sony, Samsung, Toyota, Dell und LG. Allerdings ist die Region in den letzten Jahren in Verruf geraten durch Drogenkriminalität und dementsprechende Sicherheitsprobleme.

Das Zentrum:

Mit 20 Millionen Einwohner im Ballungsgebiet Mexiko-Stadt ist und bleibt die Hauptstadt das Herz Mexikos. Auch etwa 87.000 Firmen sind dort angesiedelt und machen insgesamt mehr als die Hälfte der gesamten Industrieproduktion Mexikos aus. Gegebenenfalls findet man hier den Großteil seiner Kunden und/oder Lieferanten wieder. Doch wie in jeder Großstadt gibt es auch hier einige Aspekte, die man beachten solle: Luftverschmutzung, Verkehr, Platzmangel, Kriminalität und Armut. Ein Drittel der Einwohner der mexikanischen Hauptstadt leben in slumähnlichen Gebieten, die sich durch eine hohe Kriminalitätsrate auszeichnen und in die man sich besser nicht verirren sollte.

Den Kompromiss sind beispielsweise VW und Audi eingegangen. VW hat seit langem einen Produktionsstandort in Puebla, etwa zwei Autostunden süd-östlich von Mexiko-Stadt entfernt. Audi sitzt ganz in der Nähe im selben Bundesstaat, in San José Chiapa.

Bajio:

Die Bajio-Region erstreckt sich von Querétaro bis nach Aguascalientes und liegt zwischen den größten Ballungszentrenten Mexikos, nämlich Guadalajara, Mexiko-Stadt und Monterrey. Die Region hat eine gute Infrastruktur, verfügt über moderne Industrieparks und Anbindung zu den USA, zudem gilt sie als sicher und bietet ihren Bewohnern einen im Vergleich guten Lebensstandard. Vor allem in Querétaro und Guadalajara befinden sich viele Hochschulen, was die Versorgung von Fachkräften vereinfacht.

Besonders starke Industrien der Bajio-Regionen sind Automobil, Luftfahrt und Elektronik. In Guadalajara befindet sich ein großes Cluster an Technologie-Unternehmen wie IBM, Intel und Oracle, wodurch die Stadt wie ein Magnet für Start-ups wirkt.  Andere Firmen, die dort ansässig sind, sind u.a. BMW in San Luis Potosí oder Mercedes Benz in Aguascalientes. Trotz der lokalen Universitäten entwickelt sich jedoch ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in der Region. Abwerbungen und damit verbundene Gehaltsanstiege sind Konsequenzen davon.

Wie trifft man eine Entscheidung?

Wie man sieht, gibt es für jede Region Vor- und Nachteile. Bei der Standortsuche gibt es kein Patentrezept und das Unternehmen muss individuell entscheiden, nach welchen Kriterien vorgegangen wird. Für BMW beispielsweise waren hochqualitative Bildungseinrichtungen, eine gute Infrastruktur und ein etabliertes Zuliefernetzwerk die Hauptgründe für die Investition in ein neues Werk in San Luis Potosí, das ab 2019 mit der Produktion beginnen soll.

Entscheidungskriterien sind normalerweise: Nähe zum Lieferanten, Nähe zum Kunden, Sicherheit, Lebensqualität für Mitarbeiter, Infrastruktur und wirtschaftliche Begünstigungen und Anreize bestimmter Städte und Regionen.

 

Den richtigen Standort gefunden? Hier geht’s weiter zur Wahl der Rechtsform.