Der richtige Standort in Mexiko

Wenn Standortanalyse und Marktanalyse das Okay für die Unternehmung in Mexiko geben, muss nun entschieden werden, wo genau sich im Land der strategisch beste Standort befindet. Dabei kann man das Land in drei Industrie-Regionen aufteilen: Der Norden, das Zentrum und die Bajio-Region.

Der Norden:

Viele Unternehmen produzieren in Mexiko, exportieren aber in die USA. Dafür eignet sich oft ein Standort in Grenznähe im Norden Mexikos, beispielsweise in Chihuahua, Mexicali, Tijuana oder auch Monterrey. Vor allem Monterrey lockt mit überdurchschnittlich qualifizierten Arbeitskräften und 30 Universitäten vor Ort, davon zwei der bestangesehensten Hochschulen Lateinamerikas: die Universidad Autónoma de Nuevo León (UANL) und das Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey (ITESM).

Vor allem Unternehmen im Bereich Elektronik, Stahl, Glas, Zement, Kunststoffe, Chemie, Automobil und Lebensmittel sind in Monterrey ansässig, ebenso wie bekannte Marken wie Liebherr, Sony, Samsung, Toyota, Dell und LG. Allerdings ist die Region in den letzten Jahren in Verruf geraten durch Drogenkriminalität und dementsprechende Sicherheitsprobleme.

Das Zentrum:

Mit 20 Millionen Einwohner im Ballungsgebiet Mexiko-Stadt ist und bleibt die Hauptstadt das Herz Mexikos. Auch etwa 87.000 Firmen sind dort angesiedelt und machen insgesamt mehr als die Hälfte der gesamten Industrieproduktion Mexikos aus. Gegebenenfalls findet man hier den Großteil seiner Kunden und/oder Lieferanten wieder. Doch wie in jeder Großstadt gibt es auch hier einige Aspekte, die man beachten solle: Luftverschmutzung, Verkehr, Platzmangel, Kriminalität und Armut. Ein Drittel der Einwohner der mexikanischen Hauptstadt leben in slumähnlichen Gebieten, die sich durch eine hohe Kriminalitätsrate auszeichnen und in die man sich besser nicht verirren sollte.

Den Kompromiss sind beispielsweise VW und Audi eingegangen. VW hat seit langem einen Produktionsstandort in Puebla, etwa zwei Autostunden süd-östlich von Mexiko-Stadt entfernt. Audi sitzt ganz in der Nähe im selben Bundesstaat, in San José Chiapa.

Bajio:

Die Bajio-Region erstreckt sich von Querétaro bis nach Aguascalientes und liegt zwischen den größten Ballungszentrenten Mexikos, nämlich Guadalajara, Mexiko-Stadt und Monterrey. Die Region hat eine gute Infrastruktur, verfügt über moderne Industrieparks und Anbindung zu den USA, zudem gilt sie als sicher und bietet ihren Bewohnern einen im Vergleich guten Lebensstandard. Vor allem in Querétaro und Guadalajara befinden sich viele Hochschulen, was die Versorgung von Fachkräften vereinfacht.

Besonders starke Industrien der Bajio-Regionen sind Automobil, Luftfahrt und Elektronik. In Guadalajara befindet sich ein großes Cluster an Technologie-Unternehmen wie IBM, Intel und Oracle, wodurch die Stadt wie ein Magnet für Start-ups wirkt.  Andere Firmen, die dort ansässig sind, sind u.a. BMW in San Luis Potosí oder Mercedes Benz in Aguascalientes. Trotz der lokalen Universitäten entwickelt sich jedoch ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in der Region. Abwerbungen und damit verbundene Gehaltsanstiege sind Konsequenzen davon.

Wie trifft man eine Entscheidung?

Wie man sieht, gibt es für jede Region Vor- und Nachteile. Bei der Standortsuche gibt es kein Patentrezept und das Unternehmen muss individuell entscheiden, nach welchen Kriterien vorgegangen wird. Für BMW beispielsweise waren hochqualitative Bildungseinrichtungen, eine gute Infrastruktur und ein etabliertes Zuliefernetzwerk die Hauptgründe für die Investition in ein neues Werk in San Luis Potosí, das ab 2019 mit der Produktion beginnen soll.

Entscheidungskriterien sind normalerweise: Nähe zum Lieferanten, Nähe zum Kunden, Sicherheit, Lebensqualität für Mitarbeiter, Infrastruktur und wirtschaftliche Begünstigungen und Anreize bestimmter Städte und Regionen.

 

Den richtigen Standort gefunden? Hier geht’s weiter zur Wahl der Rechtsform.

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