Mexiko Knigge

Fremde Kulturen bürgen am Anfang zahlreiche Stolperfallen und Fettnäpfchen, die es als seriöser Manager erfolgreich zu umgehen gilt, um neue Beziehungen nicht gleich wieder im Keim zu ersticken und so zielstrebig auf ein erfolgreiches Geschäft hinzusteuern.

Als kleine Hilfe stellen wir Ihnen einen knappen Kultur und Business Guide für Mexiko zur Verfügung, der wichtige Themen wie das Zeitgefühl, Verhalten im Unternehmen und gegenüber Geschäftspartnern beinhaltet.

Merkmale der mexikanischen Kultur

Die mexikanische Kultur weist einige grundlegende Merkmale auf, die sich vor allem in der Denkweise der Mexikaner wiederspiegelt. Unter anderem ist dies ihre Wahrnehmung von Macht und die Verteilung dieser. Mexikaner sind bereit hinzunehemen, dass es eine ungleiche Machtverteilung gibt und sind bereit ihre Position in diesem Gefüge zu akzeptieren. Sie sind also hierachieliebend und wissen gerne wo sie stehen. Auβerdem bestätigen Mexikaner das Vorurteil Machos zu sein. Nicht nur zahlen Männer gerne und halten Frauen die Tür auf, sondern sie stehen auch in Konkurrenz zueinander und sehen eine hohe Wichtigkeit sowohl in Status als auch in der Macht die sie ausüben können. Im Gegensatz dazu steht, dass Mexikaner ein sehr hohes Gruppenbewusstsein haben und eine starke Familienangehörigkeit spüren. Dies ist Ihnen wichtiger, als sich selbst zu verwirklichen.

Ein weiterer Aspekt der mexikanischen Kultur ist der liebevoll genannte „Mañana“ Effekt, der sich auf ihr recht dehnbares Zeitgefühl bezieht. So kommen Mexikaner gerne mal 30 Minuten später als verabredetet, auch zu Business Meetings und auch an normalen Arbeitstagen. Was bei uns schnell zu einer Abmahnung durch den Chef führt, wird in Mexiko meist geduldet, auch wenn immer wieder entgegenwirkende Regeln aufgestellt werden, die in Folge regelmäßig gebrochen werden.

Viele Unternehmen in Mexiko zahlen das Gehalt ihrer Mitarbeiter zweiwöchentlich oder sogar wöchentlich, da Mexikaner oftmals nachsichtig mit ihrem Geld umgehen, sich gerne schon donnerstags das ein oder andere Feierabendbier gönnen und mehr wert auf regelmäßiges Vergnügen als Sparen fürs Alter legen.

Mit diesem Grundverständnis der mexikanischen Lebensweise lässt sich der nun folgende Leitfaden für Geschäftsbeziehungen mit mexikanischen Partnern leichter nachvollziehen.

Zeit und Zeitgefühl

Was für Mexikaner gilt, sollte man nicht automatisch auf sich übertragen. Während Mexikaner gerne bis zu 30 Minuten zu spät kommen, wird die Pünktlichkeit des ausländischen Geschäftspartners erwartet und wertgeschätzt. So sollte man, insbesondere wenn man neue Geschäftsbeziehungen aufbaut etwas mehr Zeit mitbringen.

In jedem Fall sollte man aber vor dem Treffen nochmal eine Bestätigung verschicken, da Mexikaner sonst gegebenfalls annehmen, dass das Meeting gecancelt wurde.

Kommunikation und Körpersprache

Mexikaner interagieren oft mit engerem Körperkontakt und geben Freunden ein Küsschen und eine Umarmung zur Begrüssung. Frauen bekommen auch bei Geschäftsbeziehungen einen Kuss auf die Wange, Männer schütteln sich meist kräftig die Hand.

Wichtig ist bei der Körpersprache auch, eine offene Haltung einzunehmen und Hände oder Arme wenn möglich nicht zu verschränken.

Auch hilft es der spanischen Sprache mächtig zu sein. Wenn das auf die Schnelle nicht möglich ist, werden auch schon ein paar Worte, wie „Buenos días“, „Gracias“ oder „Mucho gusto“ wertgeschätzt, bevor die Verhandlung dann auf Englisch fortgesetzt wird. Mexikanische Manager sprechen in der Regel flieβend Englisch, Angestellte jedoch nicht zwangsläufig. Deshalb ist es von Vorteil bilinguale Angestellte als Bindeglied zwischen der ausländischen Muttergesellschaft und der mexikanischen Tochtergesellschaft einzustellen.

Auβerdem ist zu beachten, dass Angestellte mit dem gleichen Rang sich duzen, jedoch zwischen Manager und Angestellten eher das formale „Usted“ verwendet wird und bei Meetings sollte man darauf warten, dass der mexikanische Geschäftspartner das „Du“ anbietet.

Was den Inhalt der Verhandlungen angeht, tauschen sich Mexikaner gerne zunächst über persönliche Angelegenheiten und das Wohlbefinden des jeweils Anderen aus. Dies wird als höflich angesehen, und legt den Grundstein für eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung.

Unternehmensstruktur

Wenn der Plan besteht eine Tochtergesellschaft in Mexiko aufzubauen ist auch wichtig eine geeignete Unternehmensstruktur zu etablieren.

Da Mexikaner hierarchieliebend sind, ist eine klare Struktur mit Zuweisung zu einem direkten Manager geeignet. Angestellte wissen gerne, wer über ihnen steht und entwickeln eine starke Bindung und Respekt gegenüber ihres Vorgesetzten. Nichts desto trotz, bedarf die mexikanische Arbeitsweise oft einer stärkeren Kontrolle als gewohnt, da Angestellte gerne Probleme verschweigen. Zudem sind mexikanische Angestellte in der Regel eher ihrem Vorgesetzten loyal, wohingegen zum Beispiel in Deutschland das Corporate Image und die Identifizierung mit der Firma im Vordergrund stehen.

Verhalten gegenüber Geschäftspartnern

Um in Mexiko ein erfolgreiches Geschäft zum Laufen zu bringen braucht man auch regionale Partner. Beim Aufbau dieser Beziehungen steht in Mexiko vor allem der freundschaftliche Aspekt im Vordergrund, denn Mexikaner machen lieber Geschäfte mit Freunden. Dies erreicht man als Neuling entweder über bereits vorhandene Kontakte, die einen vorstellen oder durch „Geschäftsessen“ bei denen man sich besser kennenlernen kann, bevor man zum eigentlichen Anliegen kommt. Diese Herangehensweise mag für europäische oder amerikansiche Manager verschwenderisch wirken, lohnt sich aber, wenn man vor hat über längere Zeit in Mexiko zu bleiben.

Sie haben immer noch Angst in ein Fettnäpfchen zu treten? Wir beraten Sie sehr gerne und geben Ihnen weitere Informationen rund um das Thema Kultur und Arbeiten in Mexiko.