Bereits seit Anfang des Jahres hält das Coronavirus die Welt in seinem Bann. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie haben auch Mexiko, die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas, stark getroffen.

Wirtschaftslockdown: Die am stärksten betroffenen Branchen

Insbesondere die  mexikanische Automobilindustrie hatte als Folge des fünfmonatigen Lockdowns schwere Einbuße zu verzeichnen. Im Zeitraum von April bis Juni ist die Produktion teilweise um bis zu 64% geschrumpft.  In Mexiko ansässige Autobauer, darunter Audi, Volkswagen und BMW, mussten die Produktion in Folge des drastischen Rückgangs vorübergehend komplett einstellen.

Auch die Elektroindustrie- und die Chemiebranche zählen mit einem Fertigungsrückgang von 22% bzw. 10% zu den am stärksten von den Folgen des Lockdowns betroffenen Wirtschaftszweigen.

Unter dem allgemeinen Konsumrückgang während der Ausgangssperre haben außerdem der Groß- und Einzelhandel stark gelitten. Eine Ausnahme bildet hierbei der Nahrungsmittelsektor, der nicht von den Schließungen betroffen war, wodurch die Branche von größeren Einbußen während des Lockdowns verschont geblieben ist.

Im Dienstleistungssektor hat sich der Lockdown besonders negativ auf die Tourismusbranche ausgewirkt, welcher unter normalen Umständen für 8,7% des mexikanischen BIP verantwortlich ist. Nachdem in den ersten sechs Monaten des Jahres in Folge des Lockdowns die Anzahl ausländischer Touristen um 57,5% zurückgegangen ist, werden die Kultur- und Tourismusstätten nun stückweise wieder für Besucher geöffnet.

Erste Anzeichen der Erholung

Während der Tourismussektor erst langsam wieder in Fahrt kommt, regenerieren sich andere Branchen deutlich schneller von den Folgen des Lockdowns. So hat die stark betroffene Automobilbranche bereits im Juli wieder deutlich zugelegt und die Produktion des Vorjahresmonats sogar um 1% übertroffen.

Insbesondere die Teilefertigung hat unmittelbar mit Beendigung des Lockdowns wieder große Nachfrage erfahren, so die deutsche Firma Nettelhoff mit Sitz in Querétaro. Sie kann durch den Anstieg der Nachfrage ihre Produktionskapazitäten aktuell wieder bis zu 90% ausnutzen.

Auch im Exportwesen hat die Automobilindustrie nach Beendigung des Lockdowns wieder deutlich aufgeholt. So entsprachen die Ausfuhren im Juli immerhin schon wieder 93% des Vorjahresmonats. Dies entspricht einer Steigerung von 33% im Vergleich zum Vormonat Juni.

Trotz des negativen Gesamtpanoramas gibt es also Lichtblicke, und das nicht nur in der Automobilindustrie, Mexikos wichtigster Exportbranche.  Auch der Groß- und Einzelhandel scheint seinen Corona – Tiefstand überwunden zu haben. So haben die Umsätze im Handel bereits im Juni wieder deutlich zugelegt. Während der Einzelhandel einen Anstieg von 7,8% im Vergleich zum Vormonat Mai verzeichnet, bringt es der Großhandel im selben Zeitraum sogar auf einen Zuwachs von  11,1%.

Prognose und Ausblick

Wie schnell sich die mexikanische Wirtschaft vollständig von den Folgen des Lockdowns erholen kann, hängt entscheidend vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Dabei könnte vor allem  die erfolgreiche Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Virus den Erholungsprozess deutlich ankurbeln. Bei Ausbleiben eines weiteren flächendeckenden Corona-Ausbruchs beläuft sich die Prognose für eine vollständige wirtschaftliche Regenerierung auf zwei Jahre.

Ein entscheidender Faktor, der einen raschen Erholungsprozess der mexikanischen Wirtschaft begünstigt, ist die starke wirtschaftliche Verflechtung Mexikos mit den USA und Kanada. Diese verhilft Mexiko auch in Krisenzeiten zu einer guten wirtschaftlichen Position auf dem amerikanischen Kontinent.

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