Unternehmensgründung in Mexiko – Bürokratische Hürden

Bürokratische Hürden der Firmengründung in Mexiko

In Mexiko gilt Investitionsfreiheit. Tabu für ausländische Investoren sind lediglich bestimmte Bereiche wie Energie, Post und Münzprägung. Nur beschränkt beteiligen dürfen sich ausländische Investoren zum Beispiel bei Versicherungen, Rundfunk und Personenbeförderung.

Mexiko gilt jedoch als ideales Land, um Firmen zu gründen. Vieles ist einfacher als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, z.B. wenn es um die Höhe des Grundkapitals geht. Dennoch gibt es auch hier bürokratische Hürden, die es zu überwinden gilt.

3 Schritte zur Firmengründung

Eine formelle Firmengründung in Mexiko lässt sich dabei in drei Schritte unterteilen:

  1. Vorbereitung

Im ersten Schritt muss der gewünschte Firmenname inklusive einer Alternative angegeben werden. Dieser muss autorisiert werden. Außerdem muss das Formblatt für Unternehmensgründung eingereicht werden.

  1. Details

Für die Gründung sind ein mexikanischer Notar und ein Satzungsvorschlag in spanischer und deutscher Sprache notwendig. Zudem sollten die Gründer entsprechende Vollmachten von gesetzlichen Vertretern, den Handelsregisterauszug (mit Apostille) des jeweiligen Landes und Ausweiskopien der gründenden Vertreter einreichen.

  1. Notarielle Gründung

Nachdem alles eingereicht ist, kann nun der Eintrag ins Handelsregister erfolgen und die Steuernummer (RFC) wird vergeben. Die Anmeldung zur Sozialversicherung, Lohnsteuer und für die elektronische Unterschrift als auch für die Importlizenz werden beantragt und ein Konto kann eröffnet werden.

Der Teufelskreis aus Steuernummer und Mietvertrag

Die gesamte Unternehmensgründung dauert ca. 2-3 Monate, abhängig von der Bearbeitung durch die gründenden Unternehmen und die mexikanischen Behörden/Bundesstaaten.
Doch gerade die Steuernummer stellt beispielsweise oftmals eine zeitintensive Hürde da. Um die Steuernummer zu bekommen, muss ein Mietvertrag auf Spanisch vorliegen. Um einen Mietvertrag zu bekommen, muss ein mexikanisches Konto eröffnet werden. Dieses kann aber nur mit der Steuernummer geschehen. Ein Teufelskreis.

Wer jetzt denkt, dass man den Unternehmenssitz x-beliebig eintragen und später ändern kann, liegt falsch. Anfang des Jahres 2017 wurde das Gesetz geändert und die mexikanischen Behörden stellen jetzt oft persönlich fest, ob es das Unternehmen auch wirklich unter angegebener Adresse gibt.

Unterschiede zu Deutschland

Des Weiteren sollte man sich bewusst sein, dass auch nach der Gründung diverse Schwierigkeiten auftreten können: Von Änderungen zu Einfuhrgenehmigungen und Diskussionen mit den Zollbeamten bis zu tageweisen Fahrverboten für Autos mit bestimmten Kennzeichen aufgrund der Lufttverschmutzung in Mexiko-Stadt. Auch die Personalfindung ist nicht zu unterschätzen, denn in Mexiko bedeutet ein Zeugnis nicht immer auch automatisch die Qualifikation, wie man sie aus Deutschland gewohnt ist. Sofern ausländisches Personal eingestellt werden soll, müssen Visa beantragt und regelmäßig verlängert werden.

Auch sollte man sich darauf einstellen, dass in Mexiko die Uhren anders ticken – „morgen“ oder „gleich“ kann genauso gut „in drei Wochen“ oder auch „niemals“ bedeuten.

Eine Firmengründung ist auch in anderen Ländern bürokratisch und teilweise viel komplizierter. Man sollte sich nur darauf einstellen, dass viele Dinge in Mexiko anders funktionieren und dementsprechend für Ausländer nicht immer einfach zu verstehen sind.

 

WMP Mexico Advisors ist Ihr Spezialist vor Ort und kümmert sich gerne für Sie um alle Formalitäten, sodass Sie sich ganz auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Für Personalfragen steht Ihnen Acensblue gerne zur Verfügung.

Nicht sicher, welche Rechtsform die richtige ist? Tipps gibt es hier.

Einladung zu den Beratertagen im Mai 2017

Fokus: „Wirtschaftliche Erfolge in Mexiko trotz politischer Veränderungen“

Mexikos Wirtschaftswachstum ist nicht zu stoppen – gemäß internationaler Studien wird das Land im Jahr 2050 die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt sein. Doch politische Veränderungen des wichtigen Handelspartners USA sorgten für Verunsicherungen auf Seiten der Unternehmer.

Dennoch könnten diese Veränderungen Vorteile für die europäisch-mexikanischen Beziehungen mit sich bringen und diesen eine neue Dynamik verschaffen – als Teil einer neuen Diversifzierung von Mexikos außenwirtschaftlichen Beziehungen.

Wie können also trotz widriger politischer Umstände und Veränderungen wirtschaftliche Erfolge in Mexiko gelingen? WMP Mexico Advisors lädt sie herzlich zu den Beratertagen im Mai 2017 ein, um Ihre Fragen zu diesem Thema zu beantworten. In einem individuellen und kostenfreien Beratungsgespräch zeigen wir Ihnen gerne Entwicklungspotenziale für Ihre
Unternehmung in Mexiko auf.

Datum & Ort:

18.-19. Mai 2017 – Düsseldorf / Sheraton Hotel, Flughafen
22.-24. Mai 2017 – Stuttgart / Büro der WMP Deutschland GmbH

Nach erfolgter Anmeldung wird der exakte Termin in Absprache mit dem Teilnehmer festgelegt.

Bei Interesse schicken Sie bitte Ihre Anmeldung an Finn Neugebauer: neugebauer@wmp.mx

Unternehmensgründung in Mexiko – Wahl der Rechtsform

Rechtsform in Mexiko

Wenn die Wahl auf Mexiko gefallen und die Entscheidung für eine Tochterfirma getroffen ist, stellt sich die Frage: Welche legale Form ist am besten geeignet?

Die sechs gängigsten Rechtsformen in Mexiko sind:

S.A.S.

Die Sociedad por Acciones Simplificadas ist eine Ein-Personen-Gesellschaft und geeignet für Kleinstunternehmen. Sie ist innerhalb eines Tages gratis über das Internet anmeldbar, einzig eine elektronische Signatur und der Firmenname werden benötigt. Um als Klein- oder Mikrounternehmen zu gelten, dürfen die jährlichen Erträge die Summe von 5.000.000 Pesos (etwa 240.000 €) nicht überschreiten.

S.R.L.

Die Sociedad de Responsabilidad Limitada ist das Pendant zur deutschen GmbH und verlangt eine Kapitaleinlage von mindestens 3.000 MXN (etwa 150 €). Zur Gründung bedarf es mindestens zwei und höchstens 50 Gesellschaftern (natürliche oder juristische Personen). Die Haftung der Gesellschafter ist auf die Kapitaleinlage begrenzt. Vor allem für kleine bis mittelgroße Unternehmen, Import/Export Unternehmen, Holdings und Joint Ventures Firmen lohnt sich diese Struktur, denn sie bietet maximale Flexibilität für Managementstrukturen und Anteilsübertragbarkeit.

S.R.L. de C.V.

Die Sociedad de Responsabilidad Limitada de Capital Variable ist eine Sonderform der S.R.L., in der die Höhe des Stammkapitals ohne Änderung des Gesellschaftsvertrages verändert werden kann.

S.A.

Die Sociedad Anónima entspricht der deutschen AG und ist in Mexiko am häufigsten anzutreffen. Als Grundkapital müssen 50.000 MXN von mindestens zwei Aktionären eingezahlt werden. Geschäftsführer können natürliche Personen jeglicher Staatsangehörigkeit sein , die sich durch entsprechende Vollmachten vertreten lassen können.

S.A. de C.V.

Die Sociedad Anónima de Capital Variable (S.A. de C.V.) ist eine besondere Form der S.A. Abgesehen vom Kapitalminimum wird ein variabler Kapitalbetrag festgelegt, letztes kann jedoch im Nachhinein problemlos gerändert werden.

Asociación en Participación

Soll ein Joint Venture begonnen werden, gibt es entweder die Möglichkeit, gemeinsam eine der oben genannten Gesellschaften zu gründen, oder aber eine stille Partnerschaft mit einem aktiven und einem passiven Partner zu gründen.

Wie trifft man die beste Entscheidung?

Zusammengefasst kann man sagen, dass die meisten Gesellschaften als Kapitalgesellschaften, also Sociedades Anónimas, gegründet werden, da es steuerrechtlich und publizitätsrechtlich kaum Unterschiede zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften gibt. Dennoch sind vor allem folgende Überlegungen zu machen, bevor eine Entscheidung getroffen wird:

  • Wie viele Gesellschafter gibt es und welchen Grad an Verantwortung wollen diese übernehmen?
  • Wie viel Grundkapital kann/soll investiert werden?
  • Wie abhängig oder unabhängig soll die Gesellschaft von ausländischen Unternehmen sein?
  • Wird ein Börsengang gewünscht?
  • Kann den örtlichen Regularien zur Gesellschaftsform entsprochen werden?

WMP Mexico Advisors berät Sie gerne und übernimmt die Firmengründung in Mexiko für Sie.

Noch unsicher, ob Mexiko als Wirtschaftsstandort geeignet ist? Dann lesen Sie hier weiter.

Mexiko als Wirtschaftsstandort – was spricht dafür?

Wirtschaftsstandort Mexiko

Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat sich Mexiko von einem schwachen Entwicklungsland zu einem starken Schwellenland entwickelt. Das Wirtschaftswachstum ist, abgesehen von den Krisenjahren 2008 und 2009, stabil und positiv.

Warum ist Mexiko attraktiv?

Mexiko hat etwa 112 Millionen Einwohner und besticht durch eine weltoffene Wirtschaftspolitik, die Unternehmensgründungen und ausländische Investitionen begünstigt. Diverse Wirtschaftsreformen und vor allem die besondere geographische Lage zwischen den USA und Latein Amerika, sowie Zugang zum Atlantischen und Pazifischen Ozean, der als Tor zwischen Europa und Asien dient, sorgten dafür, dass Mexiko heute die 15. größte Volkswirtschaft der Welt ist und sogar den 12. Platz in der Liste der Exportländer einnimmt. Mexiko ist Mitglied des Wachstumsmarktes NAFTA und hat insgesamt elf Freihandelsabkommen mit 46 Ländern abgeschlossen.

Vor allem die Automobilbranche trägt einen großen Teil zum internationalen Erfolg Mexikos bei. Das Land ist der viertgrößte Automobilzulieferer der Welt und 50% seiner Exporte bestehen aus Fahrzeugen und Fahrzeugteilen.
Hinzu kommen bedeutende Investitionsentscheidungen von (deutschen) Automobilkonzernen. Daimler investiert in ein neues Werk in Zusammenarbeit mit Renault-Nissan in Aguascalientes. Auch VW, Audi, Ford und Chrysler sind in Mexiko vertreten und betreiben ein oder mehrere Werke. Für BMW waren Bildungseinrichtungen, eine gute Infrastruktur und ein etabliertes Zuliefernetzwerk die Hauptgründe für die Investition in ein neues Werk in San Luis Potosí, das ab 2019 mit der Produktion beginnen soll.

Vorteile Mexikos als Wirtschaftsstandort

Zusammengefasst kann man sagen, dass viele internationale (Automobil-)Konzerne verstanden haben, welche Vorteile Mexiko als Wirtschaftsstandort bietet:

  • eine liberale Wirtschaft mit zahlreichen Freihandelsabkommen,
  • niedrige Lohnkosten,
  • geographische Nähe zu den USA und Latein Amerika,
  • eine gute Infrastruktur und
  • lokale und zuverlässige Zulieferer.

Es spricht also viel dafür, in Mexiko zu investieren und/oder eine Niederlassung in Mexiko aufzubauen.