Der internationale Tourismus in Mexiko und seine Erholung nach der Pandemie

Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen für Mexiko, da er mit fast 9% einen großen Teil zum Bruttoinlandsprodukts des Landes beiträgt. Während der Pandemie hat der weltweite Tourismus allerdings heftige Rückschläge verzeichnen müssen und wird sich auch in Mexiko wohl erst bis 2023 vollständig erholt haben. Dennoch war das Land im weltweiten Vergleich weniger stark betroffen, da es fehlende Einreisebeschränkungen internationalen Touristen ermöglichten, auch während der Pandemie einzureisen und somit war Mexiko 2020 das dritt meist besuchte Land der Welt. Nichtsdestotrotz hat die mexikanische Tourismusbranche stark unter den Auswirkungen der Pandemie gelitten, weshalb es umso wichtiger ist, dass sich die Zahlen jetzt zu erholen scheinen.

Vergleicht man den August diesen Jahres mit dem August 2021, so ist die Anzahl der internationalen Touristen in Mexiko um 105,7% gestiegen. Rund 2,77 Millionen Touristen besuchten das Land, während es im gleichen Zeitraum im Vorjahr nur 1,35 Millionen waren. Laut dem Institut INEGI liegen diese Zahlen allerdings weiterhin noch 22% unter denen von 2019. Die Statistiken zeigen, dass insbesondere mehr Touristen auf dem Luftweg angereist sind, nämlich 239,5% mehr als im Vorjahr. Ebenso ist aber auch der Grenztourismus um 64% angestiegen.

Im Zusammenhang damit, erholen sich auch die Ausgaben der Touristen während ihres Aufenthaltes in Mexiko. Diese belaufen sich auf 1,8 Milliarden US-Dollar im August, was über 250% mehr ist, als noch 2020. Zudem liegt diese Zahl nur sehr knapp unter dem Wert von 2019, was bedeutet, dass auch die pro-Kopf-Ausgaben der internationalen Touristen gestiegen sind.

Insbesondere der Tourismus in der mexikanischen Karibik hat gute Prognosen

Am schnellsten scheint sich hierbei die Region um die mexikanische Karibik zu erholen, auch wenn diese ebenfalls noch weit unter den Zahlen von vor zwei Jahren liegt. Der Beitrag allein dieser Region zum BIP soll laut Prognosen um 47,3% wachsen, verglichen mit 2020. Ebenso ist für die pro-Kopf-Ausgaben der Touristen ein Anstieg von über 60% prognostiziert. Diese Entwicklung wird vor allem auch bis zu 12% mehr Arbeitsplätze schaffen, was besonders wichtig ist, da während der Pandemie rund ein Viertel aller Arbeitsplätze in der Region verloren gegangen sind. Weltweit wird hingegen nur ein Anstieg um 0,7% erwartet.

Dass sich Mexiko und vor allem die Karibik so schnell erholen, liegt zum größten Teil an den dortigen Maßnahmen, die den Tourismus wieder möglich machen. Die regionalen Reisebeschränkungen sind sehr flexibel, die Infektionsraten sind weiterhin niedrig und es wurden neue Gesundheits- und Sicherheitsprotokolle eigeführt. Julia Simpson, Präsidentin des „World Travel and Tourism Council” (WTTC), schlägt allerdings noch weitere Maßnahmen vor, um den Tourismus nach der Pandemie anzukurbeln. Darunter sind die Reisefreiheit für vollständig geimpfte Reisende, eine einfacher Nachweis des Covid-Status, sowie die Anerkennung aller von der WHO lizenzierten Impfstoffe und die Förderung der Impfstoffgleichheit, damit keine Region zurückbleibt.

 

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