Wie steht es um die Elektromobilität in Mexiko? Existiert Sie überhaupt? Der erste Teil des Blogeintrags über Elektromobilität soll einen Überblick über die aktuelle Situation des Marktes verschaffen.

 

In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres wurden in ganz Mexiko 7.283 Elektro- und Hybridfahrzeuge verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 33 Prozent. In Relation zum gesamten PKW-Markt machen die verkauften Autos der Elektromobilität weniger als ein Prozent aus (0,7 Prozent). Nichts desto trotz ist eine Wachstumstendenz sichtbar, wenn auch nur langsam.

Was sind die Gründe für das langsame Wachstum?

  • Der vergleichsweise hohe Preis scheint noch viele potenzielle Käufer abzuschrecken. Durchschnittlich geben Mexikaner umgerechnet rund 14.000. Euro für einen Neuwagen aus. Der günstigste batteriebetriebene Fünfsitzer, der Nissan Leaf, ist jedoch erst ab 25.000 Euro zu haben. Zusätzlich muss mit vergleichsweise hohen Wartungskosten gerechnet werden.
  • Für die Hersteller ist es die größte Herausforderung, die Ladezeit der Fahrzeuge zu verkürzen. Diese war für knapp die Hälfe der befragten Personen ausschlaggebend, sich gegen ein E-Auto zu entscheiden.
  • Wichtig für potenzielle Käufer ist zudem die Reichweite der Fahrzeuge. Rund dreiviertel der Befragten wünscht sich mindestens 500 Kilometer, knapp 20 Prozent sogar über 800 Kilometer Reichweite.
  • Fast alle potenzielle Käufer würden eine staatliche Förderung der Elektroautomobilität begrüß

Unternehmungen zur Absatzsteigerung

Die Deutsche Botschaft, Siemens und BMW veranstalteten im vergangenen Jahr eine Reihe von Workshops, um herauszufinden, wie die Branche am effektivsten unterstützt werden kann. Die Ergebnisse der Workshops wurden unter dem Titel „Agenda 2020“ zusammengefasst und dem mexikanischen Umweltministerium (Secretaria de Medio Ambiente y Recursos Naturales – Sermanat) ausgehändigt.

Anstelle von direkten Subventionen beim Kauf von E-Autos setzt die Mexikanische Regierung auf Steuervergünstigungen. Folgende Steuern entfallen demnach:

  • Die Steuer auf Neufahrzeuge
  • Kfz-Steuer für Besitzer (Abhängig vom Bundesstaat)
  • Einfuhrsteuer bei importierten Elektroautos

Ein weiterer Vorteil für die Bewohner der Hauptstadt: Elektro- und Hybridautos sind von Fahrverboten  ausgeschlossen.

 

Warum kaufen Mexikaner Elektroautos?

Eine nicht repräsentative Umfrage (nur 402 Teilnehmer) des Marktforschungsinstituts Mercawise ergab, dass das Umweltbewusstsein das größte Kaufmotiv darstellt (78 Prozent). Für über die Hälfte der Befragten sind zudem wirtschaftliche Faktoren ausschlaggebend.

 

 

Lesen Sie in 14 Tagen den zweiten Teil über  Elektromobilität in Mexiko.

2 Kommentare
  1. Stephan Lutzenberger
    Stephan Lutzenberger sagte:

    Vielen Dank für die Information!
    Mich würde interessieren, wie hoch die Produktionsmenge von E-Autos in Mexiko ist, d.h. Fahrzeuge von GM, Ford, die dann hauptsächlich als Export für den US-Markt produziert werden. Gibt es hierzu auch eine Statistik?

  2. Julia
    Julia sagte:

    Hallo Herr Lutzenberger,
    vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Interesse.
    Bedeuerlicherweise liegen uns noch keine entsprechenden Statistiken vor, die Recherche blieb bisher ebenfalls erfolglos.

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